A long time ago, in a galaxy far far away…
*tusch* *räusper*
Guten Abend, liebe geschätzte Kolleginnen und Kollegen. Auch ich möchte mich endlich in die Gruppe der vorbildlichen Schreiberlinge einreihen. Nach meinem ausführlichen Bericht über die Fahrt nach Auschwitz im Dezember 07 und diverse kleinere Aktionen zu Beginn des neuen Jahres, stand nun DAS Mammutprojekt schlechthin in der Gedenkstätte Langenstein-Zwieberge an: die Tage der Begegnung. Nachdem wir in unzähligen Gesprächsgruppen schon von unseren Projekten gesprochen haben, fasse ich nochmal zusammen was genau vom 10. bis 14. April passiert ist. Seit 18 Jahren findet diese Veranstaltung in der Gedenkstätte und dem Ort Langenstein statt. Traditionell erfolgt dies im April, zum Jahrestag der Befreiung des Lagers. Zu diesem Anlass reisen ehemalige Häftlinge, deren Kinder und Enkel aus vielen Ländern Europas, sowie viele Freunde und Unterstützer der Gedenkstätte und Dolmetscher sowie lokale Größen aus Politik, Bildung und anderen Bereichen an. In diesem Jahr haben wir 9 ehemalige Häftlinge begrüßt, zwei von Ihnen werden im nächsten Monat ihren 90. Geburtstag feiern - also wirklich Hut ab für die Inkaufnahme der physischen und psychischen Belastung einer solchen Reise. Neben der sonntäglichen Gedenkveranstaltung am Mahnmal der Gedenkstätte, gedenken die Überlebenden auch ihrer verstorbenen Kameraden die auf Friedhöfen in Halberstadt und Quedlinburg begraben liegen. Außerdem bietet sich mehreren Halberstädter Schulen die Möglichkeit, die Zeitzeugen der KZ-Grausamkeiten in ihre Klassen einzuladen. Als krönenden Abschluss sind die Zeitzeugen jedes Jahr zu Langensteiner Familien eingeladen, wo man privat ins Gespräch kommt und die Freundschaften pflegt welche durch furchtbare Dinge in der vergangenheit überhaupt erst entstehen konnten … eine absurde Geschichte. Abends im Hotel mischen sich deutsch, französisch, englisch, polnisch, holländisch, italienisch und russisch wild durcheinander und dennoch entsteht ein harmonisches Gesamtbild was den Gedanken eines vereinten Europas wunderbar repräsentiert. In diesem Jahr habe ich erstmals an dieser Veranstaltung teilgenommen und mir gleich unsere Allzweckwaffe Stefan R. … hm, nein das ist zu offensichtlich, nennen wir ihn S. Rakebrand^^ abkommandieren lassen, sodass er mich zwei Tage bei meinen Vorbereitungen und der Arbeit verfolgen konnte. Ich überlasse es seinen magischen Händen, aus dem gesammelten Material einen oscarwürdigen Bericht zusammen zu schustern
Auf jeden Fall waren die vergangenen Tage sehr lang und anstrengend, aber diverse Verköstigungen in lokalen Hotels und ein buntes Programm ließen keine Langeweile aufkommen und hielten alle Beteiligten bei Laune. Außerdem bin ich heute auf einem Foto in der Mitteldeutschen Zeitung zu sehen *protz*
Tja, was gibts sonst so zu sagen? Ich habe gestern auch den Domschatz besucht, nachdem unser aller Bundespräsident Horst Köhler wieder entschwunden war und das gemeine Volk Zutritt zum Dom erhalten hatte (bevor es zum wütenden Mob mutiert ist^^). Ich kann euch nur ermutigen, euch auch mal in mein schönes Städtchen zu begeben und euch den größten mittelalterlichen Kirchenschatz außerhalb des Vatikans anzuschauen. Selbst ich als atheistischer Heide fand es echt gut
Für die nächsten Tage hoffe ich mit meinem EVP etwas voran zu kommen, habe schon mit Cathrin ein paar Ideen besprochen… Ich halte euch alle auf dem laufenden.
Ich schließe mit poetischen Worten:
“Der Baum hat Äste, das ist das Beste,
denn wär er kahl, wär er ein Pfahl!”
Der Robert